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18.00 und 20.00 Uhr – klangkünstlerisches Konzert I und II

Performer: Duo Helbig/Wettin

Duo Helbig/Wettin

Das Team (Performer):

Georg Wettin (Dresden)
Kontrabassklarinette, Performance an der Skulptur.

Tim Helbig (Jena)
Perkussion, Live-Elektronik, Klangtransformation, Raumklang-Steuerung.

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„Echovalley“ – ein klangkünstlerisches Konzert

Wenn Metall zu klingen beginnt


Am 29. Oktober 2026 wird „Newburgh“ zum Sprechen gebracht – nicht mit Worten, sondern mit Klängen.

Zum ersten Mal wird eine von Stella geschaffene Plastik als experimentelles Musikinstrument bespielt. Die Skulptur „Newburgh“ wird zum Resonanzkörper, zur Klangquelle und zum Mittelpunkt einer außergewöhnlichen musikalischen Erfahrung.

Mit Geigenbögen, Filzmallets, Schwämmen und den Händen werden die metallenen Oberflächen sanft berührt, gestrichen und angeschlagen. Jeder Bereich der Skulptur entwickelt dabei seinen eigenen, unverwechselbaren Klang. Kontaktmikrofone fangen die feinsten Vibrationen des Metalls ein, während eine Live-Elektronik die Signale in Echtzeit verarbeitet und transformiert.

Über einen längeren Zeitraum widmet sich Tim Helbig ausschließlich der Skulptur. Mit größter Sorgfalt erkundet er ihre Resonanzkörper und dokumentiert die dabei entstehenden Klänge in Tonbandaufzeichnungen, Detailfotografien und schriftlichen Notizen.

Aus diesen Erkundungen entstehen zwei neue Werke. Es handelt sich nicht um starre Kompositionen, sondern um grafische Partituren – musikalische Landkarten, die den improvisatorischen Dialog zwischen Skulptur und Musikern lenken. Sie geben Orientierung, lassen aber zugleich Raum für spontane Reaktionen und unerwartete Klangentwicklungen.

Wettin wechselt dabei zwischen Kontrabassklarinette und Skulptur. Ein 8.1-Kanal-Lautsprecherkreis umgibt „Newburgh“ und lässt die Musik den gesamten Raum erfüllen. Die Klänge bewegen sich rund um die Zuhörenden, nähern sich an, entfernen sich wieder und machen den Raum selbst zum Teil der Komposition.

Die Klänge scheinen unmittelbar aus dem Metall hervorzuwachsen. Sie tragen die Materialität und Geschichte der Skulptur in sich und bewegen sich zugleich zwischen Vergangenheit und Gegenwart durch den Raum.

So entsteht eine immersive Klanglandschaft, in der die Geschichte des Materials und die Veränderungen der Zeit buchstäblich spürbar werden. Die Oberfläche der Skulptur wird zur akustischen Chronik: Sie erzählt von den vergangenen 30 Jahren, von den Spuren der Stadt und von der Zukunft des öffentlichen Raums.

„Echovalley“ ist mehr als ein Konzert. Es ist eine Einladung, Jena und seine Kunst neu zu entdecken – mit offenen Ohren, wachen Sinnen und einem Blick für das, was sonst leicht übersehen wird. Denn manchmal beginnt Metall zu klingen, wenn man ihm nur aufmerksam genug zuhört.

Weitere Infos zu Tim Helbig