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Blickfenster

Ausstellung von Kerstin Undeutsch im Foyer der Mensa des Studierendenwerks und Carl-Zeiss-Str. 3

Blickfenster

Kerstin Undeutsch lebt und arbeitet in Jena. Zeichnungen, Collagen, Farben und Formen, Bilder und Bücher gehören zu ihren Alltag, der dadurch niemals alltäglich wird. Sie hat ihre gedanklichen Fundstücke zu den Stella-Figuren eingesammelt und in eine eigene Formensprache übertragen. Entdecken Sie BLICKFENSTER.
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Ist das Kunst?
 
Seit Jahren kenne ich die Skulpturen von Frank Stella.
Ich lief vorbei, blieb manchmal stehen, hörte Leute schimpfen, sah Kopfschütteln, Ablehnung und Verwunderung. Manche machten Fotos.
 
Irgendwann fing ich an, die Stella-Figuren zu besuchen und mir Zeit zu nehmen.
Ich stand davor. Ich bin rundherum gegangen.
Es sind Einblicke möglich, aus verschiedenen Perspektiven. Ich sah genauer hin. Ich begann zu staunen. Mal regnete es, mal schien die Sonne. Farben, die mir vorher gar nicht aufgefallen waren, begannen zu leuchten. Ein zartes Hellblau erschien, Gold, Braun, Silber und Türkis.
Ich setzte mich. Hörte den Leuten zu.
„Das soll Kunst sein?“
„Was für ein Schrott!“
 
Man belustigt sich. Man ist wütend. Man ignoriert.
Jemand hat Sticker geklebt. Jemand hat Müll dagelassen. Jemand hat ein Herz angebracht.
 
Die Gedankenblasen über meinem Kopf bilden Fragezeichen. Sind das Löcher? Oder Punkte?
Zufall, oder Plan? Es gibt mehr Fragen, als Antworten. Das ist immer spannend.
Ich sehe Kontraste.
Groß, klein, schräg, gerade, gebogen, linear, Fülle und Leere. Formen winden sich. Mal zart, mal wuchtig. Sie lassen mich an Pflanzen denken. Blüten und Bäume.
Oder sind das Tiere? Saurier? Schlangen? Würmer?
Ich sehe eine Unergründlichkeit, die wir scheinbar in den Blicken von Katzen finden. Und Kontraste, immer wieder Kontraste.
 
Ich habe meine gedanklichen Fundstücke zu den Stella-Figuren eingesammelt und in meine eigene Formensprache übertragen. Die Zeichnung, die Malerei und die Collage kamen mir dabei gerade recht.
 
Ich war sehr glücklich in dieser Zeit. Einige Fragen bleiben offen, aber die wichtigste Antwort kenne ich:
JA, DAS IST KUNST.
Danke, Frank Stella.
 
Kerstin Undeutsch